Der Herbst ist da und mit ihm die Herbstdepression. Wer kennt es nicht: bereits schlecht gelaunt an einem kalten, nassen Herbsttag aufzuwachen an dem man am liebsten im Bett bleiben würde und sich mit Netflix und Tee unter die Decke verkriecht? Ich kenne das jedenfalls nur zu gut.

Nach dem Schlaganfall bin ich sehr wetterfühlig geworden, bin irrsinnig müde und auch mal schlecht gelaunt an düsteren Tagen. Ich hab aber gelernt mir nicht die Laune vermiesen zu lassen, von nichts und niemanden… schon gar nicht vom Wetter, das man ja sowieso nicht beeinflussen kann. Oder gibt’s einen Sonnentanz? Wenn ja, trefft ihr mich auf der nächsten Dachterrasse mit einem Staubwedel und einer Discokugel, oder was auch immer man dazu braucht!

Lachen ist gesund

Doch wenn all das nicht hilft, muss man sich dem Wetter geschlagen geben und es mit einem Lächeln bekämpfen. Immer mehr Studien beweisen, dass Lachen gesund ist und dem Volksmund – „Lachen ist die beste Medizin.“ – Recht gegeben werden kann.

Dass mit dem Lachen das Wohlbefinden kommt, kann biologisch belegt werden. Während des Lachens werden Glückshormone (Endorphine) produziert, die in die Blutbahn gelangen. Das merken wir daran, dass die Stimmung steigt. Während Endorphine freigesetzt werden, wird zusätzlich die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin unterdrückt. Diese kurzzeitigen Veränderungen im Hormonhaushalt können so stark sein, dass sie sogar helfen Schmerzen zu lindern.

Auch das Immunsystem wird durch das Lachen gestärkt. Hier werden sogenannte Antikörper, die der Körper zum Schutz vor Viren und Bakterien braucht, neu gebildet. Also hat Lachen mindestens drei positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper: Es produziert Glücksgefühle, senkt den Stresspegel und stärkt die Abwehrkräfte.

Lächeln ohne Grund

Doch wie soll man Lachen, wenn es einfach nichts zu lachen gibt? Unsere Gesellschaft kämpft sich mit den „schlimmsten“ first world problems herum, läuft dadurch wie ferngesteuert durch die Straßen und zieht einen Fotz, dass einer Sau graust. Pardon meine Wortwahl. Wir müssen lernen, das Leben und uns nicht zu ernst zu nehmen, wir müssen lernen zufrieden zu sein mit dem was wir haben und mit dem was wir sind. Wir müssen lernen Dinge zu akzeptieren, die wir nicht ändern können. Wir müssen lernen, dass Menschen verschieden sind und so auch tagtäglich verschiedene Meinungen und Glaubenssätze aufeinandertreffen. Wieso nicht dem Chef mal mit einem Lächeln gegenübertreten, auch wenn einem danach ist sein Gesicht in Schokopudding zu drücken?

Tipp

Habt ihr gewusst, dass man mit einem unechten Lächeln das Gehirn austricksen kann und es ihm sagt, dass man glücklich ist? Krass oder? Ich sitze, wenn ich gestresst bin öfters lächelnd in der Straßenbahn oder auch mal am WC. 🙂 Es hilft. So entkomm ich meiner Herbstdepression ganz easy.

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